Banghraits Reise – Die ersten Tage auf See – Ein Reisebericht

So, seit einigen Tagen befinde ich mich nun auf meiner Reise und habe nun ein wenig Zeit gefunden, ein wenig von meinen Erlebnissen zu berichten, schließlich will ich meine Brüder und Schwestern vom Klan der Sturmgreifen nicht unnötig im Dunkeln sitzen lassen, auch wenn es einigen bestimmt gefallen würde, wenn sie niemand beobachten könnte… *bei diesen Worten grinst Banghrait breit* Nun denn, die Feder, das Pergament, hmm wo ist denn das Tintenfass? *suchend schaut er sich um* Ah dort…

Brüder und Schwester,

ich hoffe, die Brieftauben finden den Weg nach Dun Garok oder wo auch immer ihr auch grad sein mögt. Wie ihr wisst, begab ich mich vor einigen Tagen auf meine Reise ins Ungewisse, da mich die aktuelle Situation in Azeroth und der Scherbenwelt verunsichert hatte. Immer noch habe ich dieses Gefühl, dass ich langsam alt werde und den Geschehnissen nicht mehr so vehement entgegentreten kann, wie das nun mal meine Art ist. Doch seid gewiss, meine Hand hält meine Axt immer noch wie ein Schraubstock und mein Wappenrock sieht aus wie immer. Naja nicht ganz, auf der Reise hat er schon einige Schrammen und Macken bekommen, doch davon gleich mehr.
Ich hoffe, euch allen geht es soweit gut und würde mich über Neuigkeiten aus dem Klan sehr freuen. Hat Balendelin seine Ausbildung abgeschlossen? Wie geht es den Jungzwergen? Was treiben die Hüter? Ist Bashtet immer noch so verfressen?
Nun aber zu meinen Erlebnissen, ich hoffe, ich vergraule euch nicht mit meinem Geschwätz. Am ersten Tag begab ich mich nach Menethil, um meine Biervorräte aufzufüllen und mich einzuschiffen. Ein Zwerg wie ich, auf einem Schiff, mir wurde bei dem Gedanken schon schlecht und so nahm ich lieber die doppelte Ration Bier mit, sicher ist sicher. Jedenfalls setzte ich dann meine Füße auf diese wacklige Ding und wir stachen in See. So sagte der Kapitän, ich habe niemanden ins Meer stechen sehen, nicht mal mit einem Messerchen.
An Bord machte ich die Bekanntschaft meiner Mitreisenden, eine illustre Gesellschaft sage ich euch. Vielleicht lernt ihr den ein oder anderen ja auch mal kennen, wer weiß… Alle schienen erfahrene Kämpfer zu sein, einige mit mehr Lebensjahren als ich und das will was heißen.
Die ersten zwei Tage waren ereignislos und wir verbrachten sie damit, Bier zu trinken und alte Kriegsgeschichten zu erzählen. Auch ich gab einiges zum Besten und merkte bald, dass ich mit den richtigen Leuten unterwegs war. Zwerge wie wir, Menschen, sogar Elfen… Elfen, bei denen ich das Gefühl hatte, ihnen vertrauen zu können. Ein Gefühl, dass sich mehr als bestätigen sollte.
Am dritten Tage war es nebelig, die Sicht reichte keine zehn Fuß weit. Alles war unter diesen grauen Suppe verborgen. Dazu kam eine Flaute, wir kamen nicht von der Stelle. Uns war es egal, Bier war reichlich vorhanden und die Geschichten würden uns wohl auch icht bald ausgehen dachten wir. Doch auf einmal herrschte Stille. Und ich meine nicht die Stille, wie sie jeder kennt, wenn er kurz vor dem Einschlafen ist. Nein, eine Stille wie vor einer Schlacht… Kein Geräusch drang an mein Ohr, bis….
Es krachte und rumpelte, das Schiff schaukelte und wackelte und ich hatte Angst um mein Vormittagsbier… Und dann tauchte sie auf, eine Echse, Schlange, wie ich sie vorher nur in Zul Farak gesehen hatte und in diesem Echsenkessel der neuen Welt. Riesengroß, grün und abscheulich stinkend. Dagegen duftet Menschenparfüm wie reinster Hopfen, ich sag’s euch!
Bevor wir reagieren konnten, fegte das Monstrum mit seinem Schwanz über das Deck und schmetterte mehrere Reisende ins Wasser. Nach einigen Sekunden fassten wir uns und gingen zum Angriff über. Ich stand Seite an Seite mit einem, einem… Na einem Elf, ich muss mich erst noch dran gewöhnen. Das Deck war auf einmal wie leergefegt, nur wir zwei standen dort. Rücken an Rücken, ich hielt meine Axt in den Händen, der Elf, Eldurion Sternensang war sein Name, einen Stab, der mit Metallkugeln an den Enden versehen war. Ich dachte zunächst, dass er einer der Elfenmagier sei, doch da hatte ich mich getäuscht. Er war ein Krieger, wie ich und verstand mit diesem Stab umzugehen wie der beste Zwerg mit dem Hammer oder der Axt.
Langsam bewegten wir uns über das Deck Richtung Heck, wo die Seeschlange untergetaucht war. Nichts war zu sehen. Dann ein Rauschen, ein Knall und ich flog, schwerelos, wie ein Vogel… Sie hatte mich mit dem Schwanz erwischt, Eldurion nur knapp verfehlt. Ich klatschte ins Wasser. Ich sage euch, Wasser hat keine Balken, aber es fühlt sich an wie Fels… Bei Khaz! In mir brodelte es, die Axt hielt ich fest und ließ mich einfach auf das Monster treiben, quasi im Strudel, den es verursachte. Ich war nah genug, holte aus und hieb zu. Ein Schwall ekligen Blutes ergoss sich über mich und ins Wasser… Der Panzer der Echse splitterte.
Auf Deck musste Eldurion die Schlange ebenfalls traktieren, denn ihr Kopf zuckte immer hin und her, konnte sich nicht für einen von uns entscheiden. Das war unser Vorteil.. Schließlich erwischte ich wohl einen Nervenpunkt, das Biest zuckte und Eldurion nutzte die Gunst des Augenblicks und rammte der Schlange seinen Stab durchs Auge bis ins Hirn, falls es sowas haben sollte…
Ich jubelte als sie im Meer versank, aber nur kurz. Dann erwischte mich wieder mal ihr Schwanz und zog mich in die Tiefe… Kurz darauf, mir blieb die Luft weg. Panik kam in mir auf… Ein Zwerg war nicht fürs Schwimmen gemacht. Fürs Tauchen schon gar nicht…
Dann wieder Stille… Alles schwarz..
Ich wachte an Deck des Schiffs auf und sah wie Eldurion über mich gebeugt war und mich besorgt ansah. Später erfuhr ich, dass er ohne zu zögern ins Wasser sprang und mich gerettet hat. Ich verdanke ihm mein Leben und werde nich zögern, mein Leben für seines zu geben, wenn ich dadurch diese Ehrenschuld begleichen kann.
Und was ich daraus gelernt habe, es gibt doch ehrenvolle Elfen, hoffen wir, dass dieser Wesenszug in ihrem Volke wieder Verbreitung finden möge.

Und so verbleibe ich mit einem Gruß vom Wasser,
euer Banghrait Zweigesicht

Veröffentlicht in: on Juni 11, 2007 at 8:34 Kommentar schreiben

Banghraits Abschied – Beginn einer Reise ins Ungewisse

„Für Khaz Modaaaaan!“ Laut gellte der Schlachtruf durch die Schlucht, die Streitaxt fest mit beiden Händen haltend, stürmte eine kleine Gestalt vorwärts. Es hatte den Anschein als würde sie nur aus Eisen und Stahl bestehen, man konnte nur Rüstung und Helm erkennen, als der Krieger sich mit einer Geschicklichkeit bewegte, die man ihm in dieser Montur und mit seiner Körpergröße nicht zutrauen mochte. Wie eine Kugel schoss er voran und nun sah man sein Ziel, eine Gruppe, nein eine Horde, nein eine Armee von Orks, Untoten, Trollen, Goblins und Ogern stand ihm Gegenüber. Wie ein Wahnsinniger sprang er mitten unter sie, die Axt sprang von Fein zu Feind, spaltete Schädel und zerschmetterte Kettenhemde, Schilde brachen unter ihrer Wucht, Schwerter zersprangen in ihre Einzelteile. Untote fielen klappernd zu Boden, ihrem Nichtleben wurde ein jähes Ende gesetzt, Trolle und Orks ergriffen die Flucht als der kleine Krieger unter ihnen einschlug wie eine gnomische Eisengranate. „Hah im Namen des Sturmgreifenklans, nimm dies du grüne Missgeburt! Stirb!“ Seine Augen waren feuerrot, der lange Bart wirbelte umher und verlieh ihm ein noch wahnsinnigeres Äußeres.
Aye, so war es früher! *Banghrait nickt traurig* Doch heute? Heute sollen wir Seite an Seite mit Orks kämpfen. Orks, die nicht einmal die Hälfte der Ehre ihres Anführers Wert sind. Mit Untoten, pah! *er spuckt auf den Boden* Aye, widerlich… Trolle, ja Trolle, merkwürdige Gesellen. Die einzigen Wesen, mit denen man als Zwerg auskommen kann, sind Tauren. Zwar auch ein wenig Baumkuschler, aber ehrenhafte Kämpfer, stark und ehrlich, muss man ihnen lassen.
*Banghrait hustet* Alt bin ich geworden, zu alt, meine Knochen sind müde von vielen Schlachten. Von Schlachten, in denen man mich im Stich gelassen hat, in denen angebliche Gefährten die Flucht ergriffen und uns Zwerge sitzen ließen. Aye, wir haben es ihnen allen gezeigt, niemand konnte uns bezwingen.
Die Eisenfaust ging unter, nach Missgunst, Lügen und Neid. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen, aber bezwungen hat sie niemand.
Danach wurde ich ein Wadenbeißer… *ein leises Seufzen dringt an des Zuhörers Ohr* Ein ruhmreicher Verbund der Kleinen dieser Welt. Doch nicht mein wahres Zuhause und seit kurzem auch Geschichte. Möge Gnomibs Andenken immer gewahrt sein. *er verneigt sich in Gedanken vor dem Gnom*
Aye, dann begann endlich ein froher Teil meiner Geschichte… Ich wurde ein Bruder der Sturmgreifen. Sogar Kampfgreif wurde ich und war damit mehr als zufrieden. Viele, viele Schlachten schlug ich mit ihnen. Rücken an Rücken mit Bruder Balendelin, unsere Äxte zerfleischten die Feinde, Gemmil und Buhrhold versorgten unsere Wunden. Queezle, Tilgril und Xulvana ließen Pfeilhagel über Pfeilhagel auf unsere Feinde regnen, währen Rendrox sich vom anderen Ende des Schlachtfeldes zu uns durchkämpfte. Hach, das waren Zeiten… *seufzt*
Dann kam eine schreckliche Nachricht zutage. Fjalar, mein Than, würde uns verlassen, eine lange Reise stand ihm bevor. Damals schon, obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, trübten dunkle Gedanken meinen Geist. Ob ich mich auch irgendwann auf so eine Reise begeben müsste? Ob jeden Zwerg so etwas erwartet?
Doch schnell waren diese Gedanken verscheucht, denn neue Aufgaben standen an. Rendrox wurde unser neuer Than und mir wurde die ruhmreiche Aufgabe zuteil, ihm als Ehrenwache zur Seite zu stehen.
Aber wieviele Freunde habe ich verloren? Auf dem Schlachtfeld? Durch feigen Meuchelmord? Durch angebliche Unfälle? Wer ist alles verschollen und nie wieder aufgetaucht? *die Erinnerung trübt Banghraits Blick, seine Augen sind wie verschleiert, dunkelgrau… Nichts erinnert an das feuerrote Glühen aus den Schlachten*
Nein, nein… Ich, Banghrait Zweigesicht, werde mich auch auf eine Reise begeben. Ich will und muss den Sinn meines Daseins, meine neue Bestimmung finden. Wie lange diese Reise dauern wird, das weiß ich nicht, vermag es nicht zu schätzen.
Doch eines weiß ich genau. Auf dieser Reise werde ich meinen gelben Wappenrock mit Stolz tragen, meine Streitaxt und meine Rüstung. Mit offenem Visier werde ich ins Unbekannte stürmen, so wie ich einst in die Orkhorden rannte, von Angesicht zu Angesicht werde ich mich jeder Herausforderung stellen.
Und so mich mein Schicksal wieder in die Hände des Klans führt, so werde ich meinen Brüdern und Schwestern wieder zur Seite stehen und mit ihnen in die Schlacht ziehen. Sollte ich auf meiner Reise den ehrenvollen Tod des Kriegers sterben, so haltet mein Andenken in Ehren!

RUHM UND EHRE DEM KLAN DER STURMGREIFEN!!!

Veröffentlicht in: on at 8:02 Kommentar schreiben