Eine kleine Entschuldigung, dass hier eine Weile nichts los war, aber ich war eine Weile im Urlaub und davor hatte ich ein wenig Ideenflaute. Doch ich denke, ab jetzt werden sich wieder einige Reiseberichte von Banghraits Erlebnissen einfinden.
Nun standen wir in dem kleinen Wald seitlich der Straße und betrachteten die Befreiten eingehend. Erbärmlich war noch ein geschönter Ausdruck für ihren Zustand. Sie waren allesamt abgemagert, die dunklen Augen der zwei Nachtelfen, jetzt konnten wir uns auch einen Überblick über ihre Anzahl verschaffen, lagen tief in den Höhlen. Die ausgemergelten Menschen, zwei Männer und eine Frau, sahen sich angsterfüllt um und am tiefsten erschütterte mich immer noch der Anblick der bartlosen Zwerge…
Wie konnte man Moradins Volk nur so etwas antun?! Wenn ich an diese Situation zurückdenke, kommt mir jetzt noch abgrundtiefe Wut hoch und ich würde am Liebsten um mich schlagen.
Eldurion wandte sich mit ruhiger Stimme an den kleinen Trupp: „Elune mit euch! Fürchtet euch nicht vor uns, wir werden euch nichts tun. Zum Reden ist aber jetzt keine Zeit, wir müssen hier weg. Nicht, dass jemand eure Befreiung zu schnell bemerkt. Wir bringen euch ein Stück fort von hier, dann werden wir uns unterhalten.“ Sein Tonfall war sanft, aber bestimmt und duldete keinen Widerspruch. Dies schien auch unser Schützlingshäufchen zu verstehen und sie nickten nur, widerstandslos. Ihr Willen schien schon lange gebrochen zu sein, jedenfalls sprach dies aus ihren Augen. Eldurion ging voraus, dann folgten Zwerge, Menschen und Elfen, ich bildete die Nachhut und sicherte unser Abrücken ab. Ständig wandte ich mich um, immer auf der Suche nach eventuellen Verfolgern, doch wir hatten anscheinend Glück, niemand folgte uns.
Nach fast zwei Stunden Marschieren und Schleichen waren wir unserer Meinung nach weit genug entfernt vom Dorf und gestatteten uns eine Rast. Ich spähte nochmals umher…
