„Für Khaz Modaaaaan!“ Laut gellte der Schlachtruf durch die Schlucht, die Streitaxt fest mit beiden Händen haltend, stürmte eine kleine Gestalt vorwärts. Es hatte den Anschein als würde sie nur aus Eisen und Stahl bestehen, man konnte nur Rüstung und Helm erkennen, als der Krieger sich mit einer Geschicklichkeit bewegte, die man ihm in dieser Montur und mit seiner Körpergröße nicht zutrauen mochte. Wie eine Kugel schoss er voran und nun sah man sein Ziel, eine Gruppe, nein eine Horde, nein eine Armee von Orks, Untoten, Trollen, Goblins und Ogern stand ihm Gegenüber. Wie ein Wahnsinniger sprang er mitten unter sie, die Axt sprang von Fein zu Feind, spaltete Schädel und zerschmetterte Kettenhemde, Schilde brachen unter ihrer Wucht, Schwerter zersprangen in ihre Einzelteile. Untote fielen klappernd zu Boden, ihrem Nichtleben wurde ein jähes Ende gesetzt, Trolle und Orks ergriffen die Flucht als der kleine Krieger unter ihnen einschlug wie eine gnomische Eisengranate. „Hah im Namen des Sturmgreifenklans, nimm dies du grüne Missgeburt! Stirb!“ Seine Augen waren feuerrot, der lange Bart wirbelte umher und verlieh ihm ein noch wahnsinnigeres Äußeres.
Aye, so war es früher! *Banghrait nickt traurig* Doch heute? Heute sollen wir Seite an Seite mit Orks kämpfen. Orks, die nicht einmal die Hälfte der Ehre ihres Anführers Wert sind. Mit Untoten, pah! *er spuckt auf den Boden* Aye, widerlich… Trolle, ja Trolle, merkwürdige Gesellen. Die einzigen Wesen, mit denen man als Zwerg auskommen kann, sind Tauren. Zwar auch ein wenig Baumkuschler, aber ehrenhafte Kämpfer, stark und ehrlich, muss man ihnen lassen.
*Banghrait hustet* Alt bin ich geworden, zu alt, meine Knochen sind müde von vielen Schlachten. Von Schlachten, in denen man mich im Stich gelassen hat, in denen angebliche Gefährten die Flucht ergriffen und uns Zwerge sitzen ließen. Aye, wir haben es ihnen allen gezeigt, niemand konnte uns bezwingen.
Die Eisenfaust ging unter, nach Missgunst, Lügen und Neid. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen, aber bezwungen hat sie niemand.
Danach wurde ich ein Wadenbeißer… *ein leises Seufzen dringt an des Zuhörers Ohr* Ein ruhmreicher Verbund der Kleinen dieser Welt. Doch nicht mein wahres Zuhause und seit kurzem auch Geschichte. Möge Gnomibs Andenken immer gewahrt sein. *er verneigt sich in Gedanken vor dem Gnom*
Aye, dann begann endlich ein froher Teil meiner Geschichte… Ich wurde ein Bruder der Sturmgreifen. Sogar Kampfgreif wurde ich und war damit mehr als zufrieden. Viele, viele Schlachten schlug ich mit ihnen. Rücken an Rücken mit Bruder Balendelin, unsere Äxte zerfleischten die Feinde, Gemmil und Buhrhold versorgten unsere Wunden. Queezle, Tilgril und Xulvana ließen Pfeilhagel über Pfeilhagel auf unsere Feinde regnen, währen Rendrox sich vom anderen Ende des Schlachtfeldes zu uns durchkämpfte. Hach, das waren Zeiten… *seufzt*
Dann kam eine schreckliche Nachricht zutage. Fjalar, mein Than, würde uns verlassen, eine lange Reise stand ihm bevor. Damals schon, obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, trübten dunkle Gedanken meinen Geist. Ob ich mich auch irgendwann auf so eine Reise begeben müsste? Ob jeden Zwerg so etwas erwartet?
Doch schnell waren diese Gedanken verscheucht, denn neue Aufgaben standen an. Rendrox wurde unser neuer Than und mir wurde die ruhmreiche Aufgabe zuteil, ihm als Ehrenwache zur Seite zu stehen.
Aber wieviele Freunde habe ich verloren? Auf dem Schlachtfeld? Durch feigen Meuchelmord? Durch angebliche Unfälle? Wer ist alles verschollen und nie wieder aufgetaucht? *die Erinnerung trübt Banghraits Blick, seine Augen sind wie verschleiert, dunkelgrau… Nichts erinnert an das feuerrote Glühen aus den Schlachten*
Nein, nein… Ich, Banghrait Zweigesicht, werde mich auch auf eine Reise begeben. Ich will und muss den Sinn meines Daseins, meine neue Bestimmung finden. Wie lange diese Reise dauern wird, das weiß ich nicht, vermag es nicht zu schätzen.
Doch eines weiß ich genau. Auf dieser Reise werde ich meinen gelben Wappenrock mit Stolz tragen, meine Streitaxt und meine Rüstung. Mit offenem Visier werde ich ins Unbekannte stürmen, so wie ich einst in die Orkhorden rannte, von Angesicht zu Angesicht werde ich mich jeder Herausforderung stellen.
Und so mich mein Schicksal wieder in die Hände des Klans führt, so werde ich meinen Brüdern und Schwestern wieder zur Seite stehen und mit ihnen in die Schlacht ziehen. Sollte ich auf meiner Reise den ehrenvollen Tod des Kriegers sterben, so haltet mein Andenken in Ehren!
RUHM UND EHRE DEM KLAN DER STURMGREIFEN!!!

