Banghraits Reise – Flüss’ges Zwergengold

Bei dem Gedanken an ein von Zwergenhand gebrautes Bier fiel mir eine alte Waise ein, die schon seit Ururururgroßväterchens Zeiten bei den Zwergenklans von Generation zu Generation weitergegeben wird.

„Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Erst die Axt sprechen lassen
Zu allen, die wir hassen
Schneide Körper entzwei
Schmett’re Schädel zu Brei

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Steh’ immer ein für deinen Klan,
Beschütz’ auf ewig uns’ren Than
Verlass’ niemals den ehrlichen Pfad
Sonst wirst du bereuen jene Tat

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Jedem Ork schwör’ einen graus’gen Abschied
Den Elfen zerschlag’ ein jedes Glied
Auf dass dich alle Feinde fürchten
Für immer in die Finsternis flüchten

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold“

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Veröffentlicht in: on Juni 27, 2007 at 12:34 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Näher ran…

Eldurion rollte sich elegant hinter einen nahen Busch, während ich hinter einen kleinen Felsen glitt. Gleichzeitig hoben wir die Köpfe über unsere Deckung hinweg und spähten zum Dorf rüber. “Was meinst du?” “Wer sich so einmauert, Wachen auf Türme stellt und das in so einer Gegend, der hat doch was zu verbergen,” meinte Eldurion. “Aye,” sagte ich, “da wir ohnehin hier festsitzen, können wir auch mal auskundschaften, was die Orks oder Trolle oder wer auch immer dort treiben.” “Wohlan!” Innerlich musste ich grinsen, Eldurion war ein feiner Kerl, obwohl er ein Elf, doch seine Ausdrucksweise war schon verwunderlich von Zeit zu Zeit.

Wir glitten auf dem Boden aus unserer Deckung heraus und bewegten uns langsam bergab. Der Boden war rau und steinig… Schnell waren wir eingestaubt, meine Plattenrüstung würde ich kräftig einölen müssen, damit sie wieder schön glänzen würde. Doch jetzt war es besser, wenn man uns nicht weithin leuchten sah…

Ich schnitt mir die linke Hand an einem spitzen Stein auf und verband sie schnell mit einem Stofffetzen, der seine Farbe schnell von weiß in ein matschiges, braunes Grau wechselte. Kurze Zeit später hatten wir es geschafft und ein Wegstück erreicht, dass nicht mehr in geradem Wege aufs Dorf zuführte und zusätzlich noch hinter großen Felsbrocken entlangführte, so dass wir aufrecht gehen konnten. Entsprechend schneller kamen wir voran.

Nach einer Weile des Gehens, Kriechens und Gleitens hatten wir die Talsohle erreicht und konnten uns erneut ein Bild des befestigten Dorfes machen. In diesem Moment öffnete sich das Haupttor und ein Gespann fuhr aus dem Dorf. Es wurde von vier riesigen Wölfen gezogen, gelenkt von einem kräftigen Ork, soviel konnten wir erkennen. Die Ladefläche schien aus einer Art hölzernem Käfig oder Gitterverschlag zu bestehen, wie man ihn in Azeroth verwendet, um Tiere zum Schlachter zu bringen. Wenn ich ehrlich sein sollte, mir wäre eine Ladung Bierfässer lieber gewesen, denn erstens hatte ich Durst, zweitens war mein letztes Bier viel zu lange her und drittens: Was gäbe es Schöneres? Erst einen Ork erschlagen und dann ein Bierchen trinken?

Veröffentlicht in: on Juni 25, 2007 at 9:27 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Nach dem Kampf

Obwohl es nicht den Anschein hatte, zog sich der Weg länger, als ich dachte. Wir waren bestimmt schon fast zwei Stunden unterwegs als Eldurion stehen blieb und in die Ferne zeigte. “Schau dorthin,” forderte er mich auf und zeigte Richtung Westen. Nun sah ich es auch. Ein Tal, auf allen Seiten von Bergen umschlossen, von einem Wasserlauf durchflossen. In der Mitte schien eine Art Dorf zu liegen. Von unserer Position konnten wir einen Wall erkennen, der mehrere Häuser umschloss. Auf dem Wall hatten die Erbauer einen Palisadenzaun errichtet, der nur an drei Stellen unterbrochen wurde. Dort, wo der Fluss ins Dorf floss und an seinem Ausgangspunkt. Und uns zugewandt lag ein geschlossenes Tor, flankiert von zwei hölzernen Türmen. Auf den Türmen erkannten wir sich bewegende Punkte.

“Sie scheinen mit Angreifern zu rechnen.” Ich überlegte: “Merkwürdig, auf solch einer abgeschiedenen Insel. Ein Dorf mit Schutzwall und Zaun, mit Wachtürmen, die auch noch besetzt sind… Das Dorf liegt in einem unzugänglichen Tal, vor wem fürchten die Bewohner sich?” “Wir sollten Vorsicht walten lassen,” meinte Eldurion und ich musste ihm Recht geben. Auf die momentane Entfernung brauchte wir uns noch nicht allzu große Sorgen machen, dass man uns entdecken könnte, es sei denn…

“Runter, in Deckung!” Ich stieß Eldurion so heftig an, dass er auf dem Hosenboden landete und warf mich selbst der Länge nach hin. “Die Turmwachen haben anscheinend Ferngläser, wie sie Gnome bauen. Reflektiertes Sonnenlicht,” erklärte ich dem verdattert dreinschauenden Elfen.

Veröffentlicht in: on Juni 20, 2007 at 1:06 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Es geht weiter

“Ein harter Kampf,” sagte Eldurion. “Sowas hätte ich nicht auf einer anscheinend verlassenen Insel erwartet.” “Aye,” stimmte ich zu während ich mir mit der Hand den Schweiß von der Stirn wischte. “Wie kommt ein Troll dazu, sich als König zu bezeichnen? Und was gibt es hier Besonderes? Warum haben sie uns verfolgt?” “Hmmm, interessante Fragen stellst du da mein Freund. Doch um sie beantworten zu können, sollten wir nach weiteren Orks oder Trollen Ausschau halten. Vielleicht erfahren wir dann mehr…” “Aye!” Ich nickte und wir gingen weiter den Bergweg entlang, auf dem sie uns überfallen hatten. Wir dachten, dass wir vielleicht am Ende des Weges, wohin auch immer er führen möge, Weiteres herausfinden könnten…

Veröffentlicht in: on Juni 19, 2007 at 10:23 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Razzak

Grüner Schimmer auf Dolchen, das hatte ich doch schon mal gesehen. Wie ein Blitz den Nachthimmel über den Toren von Eisenschmiede erhellte durchfuhren mich Bilder aus alten Tagen. Oft hatte mich eine Klinge erwischt, ein Hammer gestriffen, doch die schlimmsten Verletzungen, die stammten von solchen Dolchen. Mit Gift bestrichen, aus dem Hinterhalt geführt. Wer weiß schon, wieviele Zwergenbrüder und -schwestern durch solche Heimtücke schon gestorben sind?

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Doch diesmal nicht, von so einem eingebildeten Troll, der mit Feuerbällen um sich warf, würde ich mich nicht niederringen lassen, das schwor ich mir in Gedanken. Schneller, als ich es ihm zugetraut hatte, führte Razzak einen ersten Stoß gegen mich aus. Ich konnte knapp ausweichen und schmetterte ihm meine Axt entgegen. Sein Kopf wäre gespalten worden, doch er tauchte unter der zischenden Klinge hindurch und umrundete mich mit einem Sprung. Ich spürte seine Waffen auf mich zurasen und wirbelte so schnell wie möglich um meine eigene Achse, diesmal würde ich nicht auf seinen Kopf zielen, nein, ich führte den Hieb gegen seine Beine. Razzak war so in Fahrt, dass er nicht mehr ausweichen konnte. Seine Unterschenkel barsten… Ich ließ ich vom Schwung mitnehmen, drehte mich noch einmal und trennte seinen grünen Kopf vom Rumpf. Seine Augen erstarrten, blickten mich voller Hass und Erstaunen an und erloschen.
Eldurion trat auf mich zu, seine Stirn glänzte, er atmete schwer und auch ich bemerkte dass mein Atem sich anhörte, wie ein pfeifender Wasserkessel in der Teestube der Wüstenmenschen.

Veröffentlicht in: on Juni 18, 2007 at 8:51 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Ein Loch im Bart

Tja so standen wir dort am Strand und starrten in die Ferne. Ein Nachtelf, groß und schlank, die spitzen Ohren ragten in den Himmel, die dunklen Augen glühten wie kleine Kohlen. Der Umhang auf seinem Rücken wehte im Wind. In der rechten Hand sein Kampfstab, dessen Metallbeschläge in der Sonne glitzerten.
Daneben ein Zwerg, klein und kompakt. Die Füße in den Plattenstiefeln leicht im Sand eingesunken, die Streitaxt umgeschnallt. Verschiedenste Waffen steckten im Gürtel, die linke Hand hielt einen stählernen Helm. Die kleinen Augen blitzten über den grauen Bart hinweg, der es dem Umhang des Elfen gleichtat und im Wind flatterte.
Ich schaute zu Eldurion: “Dieses Pack, warum haben sie uns nur hiergelassen?” “Das, mein Freund, weiß ich auch nicht, aber deine und meine Götter werden sich schon etwas dabei gedacht haben, dass uns unser Schicksal an diesen Ort geführt hat. Meinst du nicht auch?” “Also, was auch immer Khaz sich dabei einfallen lassen hat, dafür ist er mir eine Erklärung schuldig.” Bei diesen Worten reckte ich meine Faust in die Richtung, in der wir das Schiff zuletzt gesehen hatten. “Bangh, rumstehen sollten wir hier nicht. Es wird bestimmt bald dunkel, wir müssen uns eine Art Unterkunft suchen.” “Aye, auf gehts!”
Wir kundschafteten zunächst den Strand aus, doch fanden wir dort nichts Interessantes. Also schlugen wir uns in den Dschungel und suchten dort nach einer Höhle oder einer anderen sicheren Stelle, an der wir die Nacht verbringen konnten. Für mich sah jeder Baum gleich aus, ein Strauch glich dem anderen, ohne Eldurion hätte ich mich wahrscheinlich hemmungslos verloren. Alles war grün, grün, grün. Wie im grauligen Schlingendorntal, nur dass hier glücklicherweise keine Tiger versuchten uns zu verspeisen, keine Orks hinter den Bäumen vorsprangen, um uns zu töten. Obwohl das bestimmt ein Fest geworden wäre, unsere Wut an ihnen auszulassen…

Obwohl nichts passierte, beschlich mich langsam ein ungutes Gefühl und ich griff immer öfter prüfend nach meiner Axt. Auch Eldurion schien unruhig zu werden, ich bemerkte wie seine Blicke nervös hin und her zuckten. Im einen Moment spähte er in die Ferne, im nächsten durchbohrte er die Baumkrone über uns. “Aye, du merkst es auch, die Luft hier ist komisch.” “Ja, bleiben wir wachsam.” Ich nickte und nahm die Axt vom Rücken und hielt sie locker in meiner rechten Hand, den Helm setzte ich auf.
Doch auch nach mehreren Minuten des Marschierens geschah nichts, außer dass die Bäume langsam kleiner wurden und wir merklich bergauf gingen. Urplötzlich standen wir am Waldrand vor einem kleinen Gebirge. Nichts gegen Dun Morogh, doch es waren ein paar hübsche Hügelchen dabei. Und vor uns, wir hatten es nicht bemerkt, schlängelte sich ein kleiner Weg in die Hügel. Eldurion und ich sahen uns kurz an und beschlossen ohne Worte dem Weg zu folgen. Denn ein Weg hieß, dass hier Menschen oder andere Lebewesen verkehrten oder zumindest irgendwann mal verkehrt hatten. Wenige Schritte später nahm die Steigung immer mehr zu und wir gingen nun durch eine hohle Gasse, deren Wände mehrere Schritt in den Himmel ragten. Dämmrig war es auch noch, zum Glück haben sowohl Elfen als auch Zwerge damit keinerlei Probleme. Ich erinnerte mich daran, dass es hieß, Elfen könnten sogar Nachts sehen wie am Tage. Und die Sicht im Dunklen eines Zwerges war schon dadurch ausgeprägt, dass wir am liebsten unter Tage lebten. Während ich so meinen Gedanken nachging, klickte es auf einmal vor uns. Wie ein runtergefallener Kieselstein. Sofort drehte ich mich um, um zu schauen, was sich in unserem Rücken aufhielt. Eldurion sicherte nach vorne ab….
Es hatte den Anschein, als ob wir beide ein wenig zuviel geträumt hatten während des Gehens. Ich sah direkt in die Augen mehrerer grüner Orks, die mich angrinsten. Eldurion flüsterte hektisch: “Orks vor uns… Und Trolle…” “Aye, hinter uns auch. Mach dich bereit mein Freund!”

“Ihrr da Fremde, was wollt ihrr auf meinerrr Insel?” Eine krächzende Stimme erklang. Sie stammte von einem riesigen Troll, der nun in mein Blickfeld trat. Er überragte die zwischen ihm und mir stehenden Orks bestimmt um fast einen Schritt. “Deine Insel? Wer bist denn du?” Neugier war immer schon ein mich bestimmender Wesenszug. “Ich? Werrr seid ihrr?” “Wir sind Tim und Tom, die lustigen Zwillinge!” “Arrrr, ihrr wollt mich wohl auf den Arrrm nehmen? Ich bin Rattak, erster König der Trolle von Jumbarr Island, und hierrr gilt mein Gesetz!” “Ach ja?” “Ja, errgebt euch gleich oder sterrrbt soforrt!” Gemeine Augen starrten mich an und wenn ich nicht schon viele Gesellen seines Schlages erlebt hätte, hätte ich nicht so entspannt zurückgegrinst.
“Eldurion?”
“Ja?”
“Stärke?”
“ Sechs Orks, zwei Trolle. Bei dir?”
“ Acht Orks und der Obermotz.”
“Wenn du so kämpfst wie mit der Schlange, dann tun sie mir leid.”
Ich musste grinsen, packte die Axt und schrie: “Für Khaz Moooooodan!” und stürmte voran. Meine Axt schien wie zum Leben erweckt. Von selbst wirbelte sie durch die Orks, schon sah ich einen kopflos davonrennen, wie ein geschlachtetes Huhn. Der nächste griff mich mit einem unförmigen Säbel an. Ich parierte seinen Hieb mit dem Axtstiel, rammte ihm den Knauf am unteren Ende in den Magen und riss ihn hoch. Der Knauf knallte unter sein Kinn und mit einem leisen Stöhnen sank er zu Boden. Die Orks dieser Insel machten den gleichen Fehler, den sie schon auf Azeroth machten, sie griffen zu selten koordiniert an. Immer einer nach dem anderen. Und so erledigte ich sie ebenfalls einen nach dem anderen.

Den Geräuschen aus meinem Rücken nach verfuhr Eldurion mit seinen Gegnern genau so. Während ich langsam in den Blutrausch geriet, blitzte es in meinem Augenwinkel auf. Grad rechtzeitig ließ ich mich zu Boden fallen, als ein Feuerball mit Urgewalt über mich drüber brauste. Es roch leicht angebrannt… “Du Sohn eines Ogers, das wirst du büßen!”

In meinem Bart war ein Loch! Ein Loch im Barte Banghrait Zweigesichts, stolzer Wächter des Thans der Sturmgreifen, im Geiste immer noch eine wahre Eisenfaust… Was für ein Frevel! Doch bevor ich mich von diesem Schock erholen konnte, brabbelte dieser komische Trollkönig unverständliche Worte und ein weiterer Ball aus reinem Feuer raste auf mich zu. Ich warf mich zur Seite und hieb mit der flachen Seite meiner Axt danach. Der Feuerball wurde abgelenkt und schlug im Fels neben mir ein. Sofort sprang ich auf den Troll zu und hieb mit der Axt nach ihm. Er wich ihr geschmeidig aus und zog zwei Dolche aus seinem Gürtel, deren Enden verdächtig grün schimmerten…

Veröffentlicht in: on Juni 13, 2007 at 10:58 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Gestrandet

Liebe Brüder und Schwestern,

wie schon vor einiger Zeit möchte ich euch weiterhin auf dem Laufenden halten, was so alles auf meiner Reise passiert. Die Sache mit der Seeschlange habe ich euch bereits erzählt und so wisst ihr auch, dass ich seitdem tief in der Schuld eines Nachtelfen stehe. Und so wahr mir Khaz helfe, ich werde Eldurion Sternensang beschützen, egal um welchen Preis!
Nun jedenfalls verzog sich der graue Nebel, der über dem Meer lag, einige Zeit nachdem sich besagtes Ereignis zugetragen hatte und es kam tatsächlich eine leichte Brise auf, die unser Schiff vor sich her trieb. Wieder musste ich mich über diese Menschen wundern. Sie messen die Geschwindigkeit so eines Wassergefährtes nicht in Schritten pro Stunde sondern in Knoten. Leider konnte ich keinen Matrosen sehen, der Knoten in ein Seil oder Tau machte, sonst hätte ich mir das mal genauer erklären lassen.
Um den Schrecken zu verdauen, der uns doch ein wenig in den alten Knochen steckte, saßen Eldurion und ich vorne auf dem Schiff, Bug nennen sie das hier, und tranken gemütlich ein Bier zusammen, als es von oben, Mast oder so, schallte: “Laaaand in Sicht!” Sofort sprang ich auf und hätte fast etwas Bier verschüttet, um feste Erde zu sehen. Doch Pustekuchen, ich sah gar nichts. Kein Fels, keine Wiese, nicht mal ein kümmerlicher Sandstrand. Dann fiel mir ein, dass der Ausguck dort oben mit einem gnomischen Fernrohr ausgerüstet war und das Ufer so schon sehr viel früher erblicken konnte. Nach einer Weile kamen wir näher und ich erspähte einen hellen Streifen am Horizont. Je länger es dauerte, desto klarer wurde das Bild und ein weißer Sandstrand mit Palmen breitete sich vor uns aus. Im Hintergrund wuchsen Palmen und andere grüne Bäume und Sträucher, ein riesiger Wald tauchte auf.
“Heeda, Herr Zwerg”, klang es übers Deck. Der Käptn trat zu mir und meinte: “Ihr seht immer noch etwas blaß um eure Nase aus, wollt ihr vielleicht mit unseren Matrosen an Land gehen? Wir müssen unsere Wasservorräte auffüllen.” Ich blickte zu Eldurion rüber und er nickte mir zu. “Aye, wir gehen beide mit”, antwortete ich. Eldurion griff nach seinem Stab, ich schnallte mir meine Axt auf den Rücken und klemmte mir den Helm unter den Arm. Wir stiegen ins Beiboot und setzten mit einigen Matrosen über. Wir mussten ein kurzes Stück durchs Wasser waten und meine Stiefel knirschten entsprechend als wir endlich den Strand betraten. “Ah endlich wieder festen Boden unter den Füßen, Khaz sei gelobt!” “Ihr Zwerge”, grinste mich Eldurion an. “In einer Höhle kann man euch euer Leben lang lassen, ohne dass sich einer beschwert. Aber nimm einen Zwerg mit auf ein kleines Ruderboot und er wird zetern wie ein Waschweib.” Ich musste lachen, schließlich war Wasser wirklich nicht das Element der Zwerge. “Wir sind schließlich aus Stein gehauen worden. Und ein Stein verträgt sich nicht gut mit dem Wasser, oder mein Freund?” “Da hast du recht”, nickte Eldurion und wir gingen Richtung Wald. Dorthin waren auch unsere Matrosen verschwunden, die einige Fässer und Flaschen dabei hatte, die sie an einer Quelle auffüllen sollten. Wir folgten ihren Spuren und betraten den Urwald. Schon bald war der Strand nicht mehr zu sehen, so dicht standen Sträucher und Bäume zusammen.
“Dort schau mal Banghrait”, sagte Eldurion und zeigte auf eine kleine Pflanze, die direkt auf der Wurzel eines riesigen Baumes zu wachsen schien. “Unkraut, aye!” “Du Banause”, bekam ich zu hören, “Kennt bestimmt fünfzehn Sorten Stahl, aber für lebende Kreaturen kein Blick” Eldurion grummelte, grinste aber dabei. “Das ist goldener Sansam, ein sehr seltenes Kraut.” Er nestelte einen kleinen Beutel vom Gürtel, pflückte die Pflanze und verstaute sie darin. “Lass uns sehen, ob wir noch mehr finden, vielleicht brauchen wir sie irgendwann.” “Aye, du wirst schon wissen, was man damit anfangen. Obwohl, Hopfen und Malz auch was Feines wären”, grinste ich breit und half Eldurion bei der Suche. Wir gingen nebeneinander durch den Urwald, die Blicke fest auf den Boden gerichtet und suchten nach weiteren Pflanzen. Mehrfach dachte ich, etwas entdeckt zu haben, doch es war nie das Gesuchte dabei. Eldurion dagegen fand bestimmt alle fünf Minuten etwas. Naja, er war auch der Unkrautsammler von uns beiden. Nach einer Weile wollte wir zum Strand zurückkehren, um wieder an Bord zu gehen. Wir orientierten uns am Stand der Sonne, was einige Schwierigkeiten machte, da sie nur selten durch die Wipfel schien. Eldurion kannte noch einige andere Tricks, die es uns erleichterten zum Strand zu gelangen.
“Mögen sie für immer in der ewigen Esse braten…”, war mein erster Gedanke, als wir den Strand betraten. Die Spuren des Beibootes und der Matrosen waren deutlich zu erkennen. Doch sie waren nicht mehr dort. Weit in der Ferne erspähten wir die Silhouette unseres Schiffes. Sie hatten uns einfach zurückgelassen…

Veröffentlicht in: on Juni 12, 2007 at 4:42 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Die ersten Tage auf See – Ein Reisebericht

So, seit einigen Tagen befinde ich mich nun auf meiner Reise und habe nun ein wenig Zeit gefunden, ein wenig von meinen Erlebnissen zu berichten, schließlich will ich meine Brüder und Schwestern vom Klan der Sturmgreifen nicht unnötig im Dunkeln sitzen lassen, auch wenn es einigen bestimmt gefallen würde, wenn sie niemand beobachten könnte… *bei diesen Worten grinst Banghrait breit* Nun denn, die Feder, das Pergament, hmm wo ist denn das Tintenfass? *suchend schaut er sich um* Ah dort…

Brüder und Schwester,

ich hoffe, die Brieftauben finden den Weg nach Dun Garok oder wo auch immer ihr auch grad sein mögt. Wie ihr wisst, begab ich mich vor einigen Tagen auf meine Reise ins Ungewisse, da mich die aktuelle Situation in Azeroth und der Scherbenwelt verunsichert hatte. Immer noch habe ich dieses Gefühl, dass ich langsam alt werde und den Geschehnissen nicht mehr so vehement entgegentreten kann, wie das nun mal meine Art ist. Doch seid gewiss, meine Hand hält meine Axt immer noch wie ein Schraubstock und mein Wappenrock sieht aus wie immer. Naja nicht ganz, auf der Reise hat er schon einige Schrammen und Macken bekommen, doch davon gleich mehr.
Ich hoffe, euch allen geht es soweit gut und würde mich über Neuigkeiten aus dem Klan sehr freuen. Hat Balendelin seine Ausbildung abgeschlossen? Wie geht es den Jungzwergen? Was treiben die Hüter? Ist Bashtet immer noch so verfressen?
Nun aber zu meinen Erlebnissen, ich hoffe, ich vergraule euch nicht mit meinem Geschwätz. Am ersten Tag begab ich mich nach Menethil, um meine Biervorräte aufzufüllen und mich einzuschiffen. Ein Zwerg wie ich, auf einem Schiff, mir wurde bei dem Gedanken schon schlecht und so nahm ich lieber die doppelte Ration Bier mit, sicher ist sicher. Jedenfalls setzte ich dann meine Füße auf diese wacklige Ding und wir stachen in See. So sagte der Kapitän, ich habe niemanden ins Meer stechen sehen, nicht mal mit einem Messerchen.
An Bord machte ich die Bekanntschaft meiner Mitreisenden, eine illustre Gesellschaft sage ich euch. Vielleicht lernt ihr den ein oder anderen ja auch mal kennen, wer weiß… Alle schienen erfahrene Kämpfer zu sein, einige mit mehr Lebensjahren als ich und das will was heißen.
Die ersten zwei Tage waren ereignislos und wir verbrachten sie damit, Bier zu trinken und alte Kriegsgeschichten zu erzählen. Auch ich gab einiges zum Besten und merkte bald, dass ich mit den richtigen Leuten unterwegs war. Zwerge wie wir, Menschen, sogar Elfen… Elfen, bei denen ich das Gefühl hatte, ihnen vertrauen zu können. Ein Gefühl, dass sich mehr als bestätigen sollte.
Am dritten Tage war es nebelig, die Sicht reichte keine zehn Fuß weit. Alles war unter diesen grauen Suppe verborgen. Dazu kam eine Flaute, wir kamen nicht von der Stelle. Uns war es egal, Bier war reichlich vorhanden und die Geschichten würden uns wohl auch icht bald ausgehen dachten wir. Doch auf einmal herrschte Stille. Und ich meine nicht die Stille, wie sie jeder kennt, wenn er kurz vor dem Einschlafen ist. Nein, eine Stille wie vor einer Schlacht… Kein Geräusch drang an mein Ohr, bis….
Es krachte und rumpelte, das Schiff schaukelte und wackelte und ich hatte Angst um mein Vormittagsbier… Und dann tauchte sie auf, eine Echse, Schlange, wie ich sie vorher nur in Zul Farak gesehen hatte und in diesem Echsenkessel der neuen Welt. Riesengroß, grün und abscheulich stinkend. Dagegen duftet Menschenparfüm wie reinster Hopfen, ich sag’s euch!
Bevor wir reagieren konnten, fegte das Monstrum mit seinem Schwanz über das Deck und schmetterte mehrere Reisende ins Wasser. Nach einigen Sekunden fassten wir uns und gingen zum Angriff über. Ich stand Seite an Seite mit einem, einem… Na einem Elf, ich muss mich erst noch dran gewöhnen. Das Deck war auf einmal wie leergefegt, nur wir zwei standen dort. Rücken an Rücken, ich hielt meine Axt in den Händen, der Elf, Eldurion Sternensang war sein Name, einen Stab, der mit Metallkugeln an den Enden versehen war. Ich dachte zunächst, dass er einer der Elfenmagier sei, doch da hatte ich mich getäuscht. Er war ein Krieger, wie ich und verstand mit diesem Stab umzugehen wie der beste Zwerg mit dem Hammer oder der Axt.
Langsam bewegten wir uns über das Deck Richtung Heck, wo die Seeschlange untergetaucht war. Nichts war zu sehen. Dann ein Rauschen, ein Knall und ich flog, schwerelos, wie ein Vogel… Sie hatte mich mit dem Schwanz erwischt, Eldurion nur knapp verfehlt. Ich klatschte ins Wasser. Ich sage euch, Wasser hat keine Balken, aber es fühlt sich an wie Fels… Bei Khaz! In mir brodelte es, die Axt hielt ich fest und ließ mich einfach auf das Monster treiben, quasi im Strudel, den es verursachte. Ich war nah genug, holte aus und hieb zu. Ein Schwall ekligen Blutes ergoss sich über mich und ins Wasser… Der Panzer der Echse splitterte.
Auf Deck musste Eldurion die Schlange ebenfalls traktieren, denn ihr Kopf zuckte immer hin und her, konnte sich nicht für einen von uns entscheiden. Das war unser Vorteil.. Schließlich erwischte ich wohl einen Nervenpunkt, das Biest zuckte und Eldurion nutzte die Gunst des Augenblicks und rammte der Schlange seinen Stab durchs Auge bis ins Hirn, falls es sowas haben sollte…
Ich jubelte als sie im Meer versank, aber nur kurz. Dann erwischte mich wieder mal ihr Schwanz und zog mich in die Tiefe… Kurz darauf, mir blieb die Luft weg. Panik kam in mir auf… Ein Zwerg war nicht fürs Schwimmen gemacht. Fürs Tauchen schon gar nicht…
Dann wieder Stille… Alles schwarz..
Ich wachte an Deck des Schiffs auf und sah wie Eldurion über mich gebeugt war und mich besorgt ansah. Später erfuhr ich, dass er ohne zu zögern ins Wasser sprang und mich gerettet hat. Ich verdanke ihm mein Leben und werde nich zögern, mein Leben für seines zu geben, wenn ich dadurch diese Ehrenschuld begleichen kann.
Und was ich daraus gelernt habe, es gibt doch ehrenvolle Elfen, hoffen wir, dass dieser Wesenszug in ihrem Volke wieder Verbreitung finden möge.

Und so verbleibe ich mit einem Gruß vom Wasser,
euer Banghrait Zweigesicht

Veröffentlicht in: on Juni 11, 2007 at 8:34 Kommentar schreiben

Banghraits Abschied – Beginn einer Reise ins Ungewisse

„Für Khaz Modaaaaan!“ Laut gellte der Schlachtruf durch die Schlucht, die Streitaxt fest mit beiden Händen haltend, stürmte eine kleine Gestalt vorwärts. Es hatte den Anschein als würde sie nur aus Eisen und Stahl bestehen, man konnte nur Rüstung und Helm erkennen, als der Krieger sich mit einer Geschicklichkeit bewegte, die man ihm in dieser Montur und mit seiner Körpergröße nicht zutrauen mochte. Wie eine Kugel schoss er voran und nun sah man sein Ziel, eine Gruppe, nein eine Horde, nein eine Armee von Orks, Untoten, Trollen, Goblins und Ogern stand ihm Gegenüber. Wie ein Wahnsinniger sprang er mitten unter sie, die Axt sprang von Fein zu Feind, spaltete Schädel und zerschmetterte Kettenhemde, Schilde brachen unter ihrer Wucht, Schwerter zersprangen in ihre Einzelteile. Untote fielen klappernd zu Boden, ihrem Nichtleben wurde ein jähes Ende gesetzt, Trolle und Orks ergriffen die Flucht als der kleine Krieger unter ihnen einschlug wie eine gnomische Eisengranate. „Hah im Namen des Sturmgreifenklans, nimm dies du grüne Missgeburt! Stirb!“ Seine Augen waren feuerrot, der lange Bart wirbelte umher und verlieh ihm ein noch wahnsinnigeres Äußeres.
Aye, so war es früher! *Banghrait nickt traurig* Doch heute? Heute sollen wir Seite an Seite mit Orks kämpfen. Orks, die nicht einmal die Hälfte der Ehre ihres Anführers Wert sind. Mit Untoten, pah! *er spuckt auf den Boden* Aye, widerlich… Trolle, ja Trolle, merkwürdige Gesellen. Die einzigen Wesen, mit denen man als Zwerg auskommen kann, sind Tauren. Zwar auch ein wenig Baumkuschler, aber ehrenhafte Kämpfer, stark und ehrlich, muss man ihnen lassen.
*Banghrait hustet* Alt bin ich geworden, zu alt, meine Knochen sind müde von vielen Schlachten. Von Schlachten, in denen man mich im Stich gelassen hat, in denen angebliche Gefährten die Flucht ergriffen und uns Zwerge sitzen ließen. Aye, wir haben es ihnen allen gezeigt, niemand konnte uns bezwingen.
Die Eisenfaust ging unter, nach Missgunst, Lügen und Neid. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen, aber bezwungen hat sie niemand.
Danach wurde ich ein Wadenbeißer… *ein leises Seufzen dringt an des Zuhörers Ohr* Ein ruhmreicher Verbund der Kleinen dieser Welt. Doch nicht mein wahres Zuhause und seit kurzem auch Geschichte. Möge Gnomibs Andenken immer gewahrt sein. *er verneigt sich in Gedanken vor dem Gnom*
Aye, dann begann endlich ein froher Teil meiner Geschichte… Ich wurde ein Bruder der Sturmgreifen. Sogar Kampfgreif wurde ich und war damit mehr als zufrieden. Viele, viele Schlachten schlug ich mit ihnen. Rücken an Rücken mit Bruder Balendelin, unsere Äxte zerfleischten die Feinde, Gemmil und Buhrhold versorgten unsere Wunden. Queezle, Tilgril und Xulvana ließen Pfeilhagel über Pfeilhagel auf unsere Feinde regnen, währen Rendrox sich vom anderen Ende des Schlachtfeldes zu uns durchkämpfte. Hach, das waren Zeiten… *seufzt*
Dann kam eine schreckliche Nachricht zutage. Fjalar, mein Than, würde uns verlassen, eine lange Reise stand ihm bevor. Damals schon, obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, trübten dunkle Gedanken meinen Geist. Ob ich mich auch irgendwann auf so eine Reise begeben müsste? Ob jeden Zwerg so etwas erwartet?
Doch schnell waren diese Gedanken verscheucht, denn neue Aufgaben standen an. Rendrox wurde unser neuer Than und mir wurde die ruhmreiche Aufgabe zuteil, ihm als Ehrenwache zur Seite zu stehen.
Aber wieviele Freunde habe ich verloren? Auf dem Schlachtfeld? Durch feigen Meuchelmord? Durch angebliche Unfälle? Wer ist alles verschollen und nie wieder aufgetaucht? *die Erinnerung trübt Banghraits Blick, seine Augen sind wie verschleiert, dunkelgrau… Nichts erinnert an das feuerrote Glühen aus den Schlachten*
Nein, nein… Ich, Banghrait Zweigesicht, werde mich auch auf eine Reise begeben. Ich will und muss den Sinn meines Daseins, meine neue Bestimmung finden. Wie lange diese Reise dauern wird, das weiß ich nicht, vermag es nicht zu schätzen.
Doch eines weiß ich genau. Auf dieser Reise werde ich meinen gelben Wappenrock mit Stolz tragen, meine Streitaxt und meine Rüstung. Mit offenem Visier werde ich ins Unbekannte stürmen, so wie ich einst in die Orkhorden rannte, von Angesicht zu Angesicht werde ich mich jeder Herausforderung stellen.
Und so mich mein Schicksal wieder in die Hände des Klans führt, so werde ich meinen Brüdern und Schwestern wieder zur Seite stehen und mit ihnen in die Schlacht ziehen. Sollte ich auf meiner Reise den ehrenvollen Tod des Kriegers sterben, so haltet mein Andenken in Ehren!

RUHM UND EHRE DEM KLAN DER STURMGREIFEN!!!

Veröffentlicht in: on at 8:02 Kommentar schreiben