Banghraits Reise – Ein geheimer Bund

“Nun, ich denke hier sollten wir erstmal in Sicherheit sein… Banghrait?” “Aye”, nickte ich Eldurion zu, der wissen wollte, ob wir vor Verfolgern verschont geblieben waren. Augenscheinlich hatten wir wirklich die Möglichkeit hier eine Pause einzulegen.
Wir wurden von den geretten Elfen, Menschen und Zwergen neugierig betrachtet, was ich schon verstehen konnte. Wann sieht man schon einen Zwerg in Plattenrüstung zusammen mit einem bewaffneten Nachtelf umherziehen, außerdem hatten wir sie schließlich aus den Fängen dieser Orks befreit.
Ich richtete mein Wort an die Gruppe: “Wir brauchen schnell einige Informationen von euch. Wer weid ihr, was geschieht dort in dem Dorf und was wollen die Orks auf dieser verlassenen Insel?” Die Antwort bestand aus Schweigen, acht Augenpaare sahen mich eingehend an, aber ich konnte kein Unverständnis erkennen. Ich war mir sicher, dass sie wussten, was ich von ihnen wollte. Das einzige was ich sah, war nackte Angst. “Wir wollen euch helfen, glaubt uns, schließlich haben wir euch aus den Fängen dieser Hundesöhne von Orks befreit…” Wie immer, wenn mir entweder nicht viel einfiel oder ich aufgeregt war, verfiel ich ins Fluchen.
“Der Zwerg spricht wahr, ihr könnt ihm glauben”, erklang Eldurions sanfte Stimme und sofort wandten sich ihm die Augen zu. “Wir werden euch nichts tun, ihr seid alle Mitglieder der Allianz und somit werden wir euch beistehen, vor allem gegen solche Ungetüme.” Blicke wurden ausgetauscht, Zwerge sahen Menschen an, die ihrerseits die Elfen fragend ansahen. Nach einer Weile konnte man erkennen, dass sich einer der Zwerge einen Ruck gab. “Mein Name ist Angrosch, Sohn des Angmar, Sohn des Ambrug”, stellte er sich mit einer Verbeugung vor. Aus seiner Haltung und seiner Art war sofort zu sehen, dass wir einen sehr hochrangigen Irdenen vor uns hatten. Ich verbeugte mich ebenfalls: “Es ist mir eine Ehre euch kennenzulernen, Angrosch, Sohn des Angmar, Sohn des Ambrug. Mein Name ist Banghrait Zweigesicht, Sohn von niemandem mehr…” “Die Ehre ist meinerseits. Nun ihr sollte erfahren, wer wir sind, wie wir auf diese Insel kamen und warum wir immer noch Angst haben. Wir sind alle Mitglieder adliger Familien aus Kalimdor und den östlichen Königreichen, die sich zu einem Bund zusammengeschlossen haben. Als da wären aus Eisenschmiede Matok, Sohn des Miroin, und Dirg, Sohn des Dorgol.” Bei diesen beiden Worten standen die beiden Zwerge auf und verbeugten sich. “Dann Sargon und Siron Haupthand aus Sturmwind”, er zeigte auf die beiden Männer, “sowie Tinira Schattenbrand aus dem fernen Azshara. Und die beiden Elfen dort sind mir auch nur unter den Namen Windhauch und Sturmbote bekannt, es sind Brüder und sie scheinen in ihrem Volk eine sehr wichtige Stellung zu bekleiden, sonst wären sie nicht hier. Denn wir alle haben großen Einfluss auf die Geschicke unsrer Völker Banghrait. Doch mit dem Tag als wir uns zu einem geheimen Bund zusammenschlossen, um den Kampf gegen unsere Feinde zu koordinieren und die Zusammenarbeit unserer Völker zu verbessern, ihr wisst, Zusammenarbeit zwischen Elfen und Zwergen ist so eine Sache, jedenfalls, seit diesem Tag scheint unser Schicksal verflucht…”

“Wir sind entdeckt”, rief Eldurion mit unterdrückter Stimme. “Hört ihr den Hörnerklang? Wir müssen weiter!” “Aye, bietet eure Kräfte nochmals auf, wir werden diesen orkischen Gesellen zunächst entkommen, auch wenn es mir widerstrebt sie nicht gleich zu spalten. Doch zunächst werden wir euch an einen sicheren Ort bringen…”
Wir trieben die Gruppe zu größter Eile an und machten uns auf und davon. Ich verwischte so gut wie es in der Hektik möglich war, die Spuren unseres kurzen Aufenthalts und folgte ihnen…

Veröffentlicht in: on September 20, 2007 at 4:56 Kommentare (1)

Banghraits Reise – Immer noch kein Bier?!

Eine kleine Entschuldigung, dass hier eine Weile nichts los war, aber ich war eine Weile im Urlaub und davor hatte ich ein wenig Ideenflaute. Doch ich denke, ab jetzt werden sich wieder einige Reiseberichte von Banghraits Erlebnissen einfinden.

Nun standen wir in dem kleinen Wald seitlich der Straße und betrachteten die Befreiten eingehend. Erbärmlich war noch ein geschönter Ausdruck für ihren Zustand. Sie waren allesamt abgemagert, die dunklen Augen der zwei Nachtelfen, jetzt konnten wir uns auch einen Überblick über ihre Anzahl verschaffen, lagen tief in den Höhlen. Die ausgemergelten Menschen, zwei Männer und eine Frau, sahen sich angsterfüllt um und am tiefsten erschütterte mich immer noch der Anblick der bartlosen Zwerge…

Wie konnte man Moradins Volk nur so etwas antun?! Wenn ich an diese Situation zurückdenke, kommt mir jetzt noch abgrundtiefe Wut hoch und ich würde am Liebsten um mich schlagen.

Eldurion wandte sich mit ruhiger Stimme an den kleinen Trupp: “Elune mit euch! Fürchtet euch nicht vor uns, wir werden euch nichts tun. Zum Reden ist aber jetzt keine Zeit, wir müssen hier weg. Nicht, dass jemand eure Befreiung zu schnell bemerkt. Wir bringen euch ein Stück fort von hier, dann werden wir uns unterhalten.” Sein Tonfall war sanft, aber bestimmt und duldete keinen Widerspruch. Dies schien auch unser Schützlingshäufchen zu verstehen und sie nickten nur, widerstandslos. Ihr Willen schien schon lange gebrochen zu sein, jedenfalls sprach dies aus ihren Augen. Eldurion ging voraus, dann folgten Zwerge, Menschen und Elfen, ich bildete die Nachhut und sicherte unser Abrücken ab. Ständig wandte ich mich um, immer auf der Suche nach eventuellen Verfolgern, doch wir hatten anscheinend Glück, niemand folgte uns.

Nach fast zwei Stunden Marschieren und Schleichen waren wir unserer Meinung nach weit genug entfernt vom Dorf und gestatteten uns eine Rast. Ich spähte nochmals umher…

Veröffentlicht in: on September 17, 2007 at 6:01 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Kein Bier?

Nun lagen wir also in unserer Deckung und beobachteten wie der Ork mit seinem Wagen den Weg entlang fuhr und sich dabei langsam in unsere Richtung bewegte. Als er nur noch wenige zehn Schritt entfernt war, konnten wir erkennen, dass er keine Bierfässer geladen hatte, was mich schon einmal sehr traurig machte. Spaß beiseite, die Ladung war sehr viel erschreckender als fehlende Bierfässer, auch wenn das aus dem Mund eines Zwerges unglaublich sein mag, dass etwas schrecklicher ist als fehlendes Bier. Die Ladefläche bestand ja aus einer Art Käfig und in diesem befanden sich Lebewesen, keine Tiere soweit wir erkennen konnten, sondern Zweibeiner. Sie standen eng beieinander, eingepfercht. Bald konnten wir erkennen, dass es sich um eine Ansammlung verschiedener Spezies handelte. Ich sah Nachtelfen mit ihren dunklen Augen und spitzen Ohren, Menschen, blaß und zitternd und sogar Zwerge. Zu ihrer Schande hatte man ihnen die Bärte rasiert, denn kein Zwerg für alles Gold dieser Welt sich selbst seinen Bart abschneiden. Während ich die Szene betrachtete kochte langsam die Wut in mir hoch, ich konnte es nicht ertragen, Angehörige meines Volkes, die aus dem gleichen Fels wie ich stammten, in einer solchen Lage zu sehen. Ein Blick zu Eldurion verriet mir, dass er sich mit ähnlichen Gefühlen trug. Auch wenn er nach außen hin die ruhige Fassade eines Nachtelfen wahrte, in seinen Augen blitzte und funkelte der Zorn. Er sah mich an und unser Plan stand fest. Wir würden unsere Leute da rausholen und wenn wir die Menschlinge gleich mit befreien konnten war das umso besser. Außerdem könnten wir so vielleicht etwas über das rätselhafte Dorf in Erfahrung bringen. Mich beschlich eine unheilvolle Ahnung was das Treiben hinter den Mauern anging…

Ich bedeutete Eldurion mit Handzeichen ein wenig vorzuschleichen, um auf die andere Seite des Weges zu gelangen. Selbst traute ich mir das nicht zu. Wir Zwerge sind doch eher für den offenen Angriff gemacht. Habt ihr schonmal einen Zwerg in Plattenrüstung und einer schweren Axt in der Hand auf Zehenspitzen tippeln sehen? Ich sag’ euch, das ist ein Anblick den man nie vergisst…
Eldurion nickte und verschwand. Mir war immer noch rätselhaft wie er das macht, er schien gradewegs mit den Schatten zu verschmelzen und wenn man nicht ganz genau hinsah war er praktisch unsichtbar. Zwei Minuten später zwitscherte ein Vogel, das war sein Zeichen.

Ich sprang auf, rannte Axt schwingend auf den Wagenlenker zu und schrie: “Ruhm und Ehre dem Sturmgreifenklan!” Überrascht sah mich der Ork kommen, riss ein Krummschwert aus seinem Gürtel und versuchte meinen Hieb abzuwehren. Lächerlich, die kleine Klinge wurde von meiner Axt zerschmettert. Den Schwung mitnehmend drehte ich mich einmal um meine eigene Achse, ließ die Axt emporschnellen und trennte seinen dreckigen Schweinchenschädel sauber vom Rumpf…
Mit rot glühenden Augen sah ich mich um und stellte fest, dass Eldurion den Käfig geöffnet hatte und nun ein Gefangener nach dem anderen von der Ladefläche kletterte. Wir führten sie in eine nahe gelegene Waldung und zogen dann den Wagen von der Straße, damit nachfolgender Verkehr keinen Verdacht schöpfen würde.

Anschließend folgten wir den Befreiten, um endlich in Erfahrung zu bringen, was im Dorf und auf dieser verfluchten Insel vor sich ginge…

Veröffentlicht in: on Juli 11, 2007 at 11:10 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Flüss’ges Zwergengold

Bei dem Gedanken an ein von Zwergenhand gebrautes Bier fiel mir eine alte Waise ein, die schon seit Ururururgroßväterchens Zeiten bei den Zwergenklans von Generation zu Generation weitergegeben wird.

“Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Erst die Axt sprechen lassen
Zu allen, die wir hassen
Schneide Körper entzwei
Schmett’re Schädel zu Brei

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Steh’ immer ein für deinen Klan,
Beschütz’ auf ewig uns’ren Than
Verlass’ niemals den ehrlichen Pfad
Sonst wirst du bereuen jene Tat

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold

Jedem Ork schwör’ einen graus’gen Abschied
Den Elfen zerschlag’ ein jedes Glied
Auf dass dich alle Feinde fürchten
Für immer in die Finsternis flüchten

Was könnte es Schöneres geben
Als jetzt ein Glas zu heben
Gefüllt mit flüss’gem Zwergengold
Wahrlich das Glück ist uns hold”

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Veröffentlicht in: on Juni 27, 2007 at 12:34 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Näher ran…

Eldurion rollte sich elegant hinter einen nahen Busch, während ich hinter einen kleinen Felsen glitt. Gleichzeitig hoben wir die Köpfe über unsere Deckung hinweg und spähten zum Dorf rüber. “Was meinst du?” “Wer sich so einmauert, Wachen auf Türme stellt und das in so einer Gegend, der hat doch was zu verbergen,” meinte Eldurion. “Aye,” sagte ich, “da wir ohnehin hier festsitzen, können wir auch mal auskundschaften, was die Orks oder Trolle oder wer auch immer dort treiben.” “Wohlan!” Innerlich musste ich grinsen, Eldurion war ein feiner Kerl, obwohl er ein Elf, doch seine Ausdrucksweise war schon verwunderlich von Zeit zu Zeit.

Wir glitten auf dem Boden aus unserer Deckung heraus und bewegten uns langsam bergab. Der Boden war rau und steinig… Schnell waren wir eingestaubt, meine Plattenrüstung würde ich kräftig einölen müssen, damit sie wieder schön glänzen würde. Doch jetzt war es besser, wenn man uns nicht weithin leuchten sah…

Ich schnitt mir die linke Hand an einem spitzen Stein auf und verband sie schnell mit einem Stofffetzen, der seine Farbe schnell von weiß in ein matschiges, braunes Grau wechselte. Kurze Zeit später hatten wir es geschafft und ein Wegstück erreicht, dass nicht mehr in geradem Wege aufs Dorf zuführte und zusätzlich noch hinter großen Felsbrocken entlangführte, so dass wir aufrecht gehen konnten. Entsprechend schneller kamen wir voran.

Nach einer Weile des Gehens, Kriechens und Gleitens hatten wir die Talsohle erreicht und konnten uns erneut ein Bild des befestigten Dorfes machen. In diesem Moment öffnete sich das Haupttor und ein Gespann fuhr aus dem Dorf. Es wurde von vier riesigen Wölfen gezogen, gelenkt von einem kräftigen Ork, soviel konnten wir erkennen. Die Ladefläche schien aus einer Art hölzernem Käfig oder Gitterverschlag zu bestehen, wie man ihn in Azeroth verwendet, um Tiere zum Schlachter zu bringen. Wenn ich ehrlich sein sollte, mir wäre eine Ladung Bierfässer lieber gewesen, denn erstens hatte ich Durst, zweitens war mein letztes Bier viel zu lange her und drittens: Was gäbe es Schöneres? Erst einen Ork erschlagen und dann ein Bierchen trinken?

Veröffentlicht in: on Juni 25, 2007 at 9:27 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Nach dem Kampf

Obwohl es nicht den Anschein hatte, zog sich der Weg länger, als ich dachte. Wir waren bestimmt schon fast zwei Stunden unterwegs als Eldurion stehen blieb und in die Ferne zeigte. “Schau dorthin,” forderte er mich auf und zeigte Richtung Westen. Nun sah ich es auch. Ein Tal, auf allen Seiten von Bergen umschlossen, von einem Wasserlauf durchflossen. In der Mitte schien eine Art Dorf zu liegen. Von unserer Position konnten wir einen Wall erkennen, der mehrere Häuser umschloss. Auf dem Wall hatten die Erbauer einen Palisadenzaun errichtet, der nur an drei Stellen unterbrochen wurde. Dort, wo der Fluss ins Dorf floss und an seinem Ausgangspunkt. Und uns zugewandt lag ein geschlossenes Tor, flankiert von zwei hölzernen Türmen. Auf den Türmen erkannten wir sich bewegende Punkte.

“Sie scheinen mit Angreifern zu rechnen.” Ich überlegte: “Merkwürdig, auf solch einer abgeschiedenen Insel. Ein Dorf mit Schutzwall und Zaun, mit Wachtürmen, die auch noch besetzt sind… Das Dorf liegt in einem unzugänglichen Tal, vor wem fürchten die Bewohner sich?” “Wir sollten Vorsicht walten lassen,” meinte Eldurion und ich musste ihm Recht geben. Auf die momentane Entfernung brauchte wir uns noch nicht allzu große Sorgen machen, dass man uns entdecken könnte, es sei denn…

“Runter, in Deckung!” Ich stieß Eldurion so heftig an, dass er auf dem Hosenboden landete und warf mich selbst der Länge nach hin. “Die Turmwachen haben anscheinend Ferngläser, wie sie Gnome bauen. Reflektiertes Sonnenlicht,” erklärte ich dem verdattert dreinschauenden Elfen.

Veröffentlicht in: on Juni 20, 2007 at 1:06 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Es geht weiter

“Ein harter Kampf,” sagte Eldurion. “Sowas hätte ich nicht auf einer anscheinend verlassenen Insel erwartet.” “Aye,” stimmte ich zu während ich mir mit der Hand den Schweiß von der Stirn wischte. “Wie kommt ein Troll dazu, sich als König zu bezeichnen? Und was gibt es hier Besonderes? Warum haben sie uns verfolgt?” “Hmmm, interessante Fragen stellst du da mein Freund. Doch um sie beantworten zu können, sollten wir nach weiteren Orks oder Trollen Ausschau halten. Vielleicht erfahren wir dann mehr…” “Aye!” Ich nickte und wir gingen weiter den Bergweg entlang, auf dem sie uns überfallen hatten. Wir dachten, dass wir vielleicht am Ende des Weges, wohin auch immer er führen möge, Weiteres herausfinden könnten…

Veröffentlicht in: on Juni 19, 2007 at 10:23 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Razzak

Grüner Schimmer auf Dolchen, das hatte ich doch schon mal gesehen. Wie ein Blitz den Nachthimmel über den Toren von Eisenschmiede erhellte durchfuhren mich Bilder aus alten Tagen. Oft hatte mich eine Klinge erwischt, ein Hammer gestriffen, doch die schlimmsten Verletzungen, die stammten von solchen Dolchen. Mit Gift bestrichen, aus dem Hinterhalt geführt. Wer weiß schon, wieviele Zwergenbrüder und -schwestern durch solche Heimtücke schon gestorben sind?

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Doch diesmal nicht, von so einem eingebildeten Troll, der mit Feuerbällen um sich warf, würde ich mich nicht niederringen lassen, das schwor ich mir in Gedanken. Schneller, als ich es ihm zugetraut hatte, führte Razzak einen ersten Stoß gegen mich aus. Ich konnte knapp ausweichen und schmetterte ihm meine Axt entgegen. Sein Kopf wäre gespalten worden, doch er tauchte unter der zischenden Klinge hindurch und umrundete mich mit einem Sprung. Ich spürte seine Waffen auf mich zurasen und wirbelte so schnell wie möglich um meine eigene Achse, diesmal würde ich nicht auf seinen Kopf zielen, nein, ich führte den Hieb gegen seine Beine. Razzak war so in Fahrt, dass er nicht mehr ausweichen konnte. Seine Unterschenkel barsten… Ich ließ ich vom Schwung mitnehmen, drehte mich noch einmal und trennte seinen grünen Kopf vom Rumpf. Seine Augen erstarrten, blickten mich voller Hass und Erstaunen an und erloschen.
Eldurion trat auf mich zu, seine Stirn glänzte, er atmete schwer und auch ich bemerkte dass mein Atem sich anhörte, wie ein pfeifender Wasserkessel in der Teestube der Wüstenmenschen.

Veröffentlicht in: on Juni 18, 2007 at 8:51 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Ein Loch im Bart

Tja so standen wir dort am Strand und starrten in die Ferne. Ein Nachtelf, groß und schlank, die spitzen Ohren ragten in den Himmel, die dunklen Augen glühten wie kleine Kohlen. Der Umhang auf seinem Rücken wehte im Wind. In der rechten Hand sein Kampfstab, dessen Metallbeschläge in der Sonne glitzerten.
Daneben ein Zwerg, klein und kompakt. Die Füße in den Plattenstiefeln leicht im Sand eingesunken, die Streitaxt umgeschnallt. Verschiedenste Waffen steckten im Gürtel, die linke Hand hielt einen stählernen Helm. Die kleinen Augen blitzten über den grauen Bart hinweg, der es dem Umhang des Elfen gleichtat und im Wind flatterte.
Ich schaute zu Eldurion: “Dieses Pack, warum haben sie uns nur hiergelassen?” “Das, mein Freund, weiß ich auch nicht, aber deine und meine Götter werden sich schon etwas dabei gedacht haben, dass uns unser Schicksal an diesen Ort geführt hat. Meinst du nicht auch?” “Also, was auch immer Khaz sich dabei einfallen lassen hat, dafür ist er mir eine Erklärung schuldig.” Bei diesen Worten reckte ich meine Faust in die Richtung, in der wir das Schiff zuletzt gesehen hatten. “Bangh, rumstehen sollten wir hier nicht. Es wird bestimmt bald dunkel, wir müssen uns eine Art Unterkunft suchen.” “Aye, auf gehts!”
Wir kundschafteten zunächst den Strand aus, doch fanden wir dort nichts Interessantes. Also schlugen wir uns in den Dschungel und suchten dort nach einer Höhle oder einer anderen sicheren Stelle, an der wir die Nacht verbringen konnten. Für mich sah jeder Baum gleich aus, ein Strauch glich dem anderen, ohne Eldurion hätte ich mich wahrscheinlich hemmungslos verloren. Alles war grün, grün, grün. Wie im grauligen Schlingendorntal, nur dass hier glücklicherweise keine Tiger versuchten uns zu verspeisen, keine Orks hinter den Bäumen vorsprangen, um uns zu töten. Obwohl das bestimmt ein Fest geworden wäre, unsere Wut an ihnen auszulassen…

Obwohl nichts passierte, beschlich mich langsam ein ungutes Gefühl und ich griff immer öfter prüfend nach meiner Axt. Auch Eldurion schien unruhig zu werden, ich bemerkte wie seine Blicke nervös hin und her zuckten. Im einen Moment spähte er in die Ferne, im nächsten durchbohrte er die Baumkrone über uns. “Aye, du merkst es auch, die Luft hier ist komisch.” “Ja, bleiben wir wachsam.” Ich nickte und nahm die Axt vom Rücken und hielt sie locker in meiner rechten Hand, den Helm setzte ich auf.
Doch auch nach mehreren Minuten des Marschierens geschah nichts, außer dass die Bäume langsam kleiner wurden und wir merklich bergauf gingen. Urplötzlich standen wir am Waldrand vor einem kleinen Gebirge. Nichts gegen Dun Morogh, doch es waren ein paar hübsche Hügelchen dabei. Und vor uns, wir hatten es nicht bemerkt, schlängelte sich ein kleiner Weg in die Hügel. Eldurion und ich sahen uns kurz an und beschlossen ohne Worte dem Weg zu folgen. Denn ein Weg hieß, dass hier Menschen oder andere Lebewesen verkehrten oder zumindest irgendwann mal verkehrt hatten. Wenige Schritte später nahm die Steigung immer mehr zu und wir gingen nun durch eine hohle Gasse, deren Wände mehrere Schritt in den Himmel ragten. Dämmrig war es auch noch, zum Glück haben sowohl Elfen als auch Zwerge damit keinerlei Probleme. Ich erinnerte mich daran, dass es hieß, Elfen könnten sogar Nachts sehen wie am Tage. Und die Sicht im Dunklen eines Zwerges war schon dadurch ausgeprägt, dass wir am liebsten unter Tage lebten. Während ich so meinen Gedanken nachging, klickte es auf einmal vor uns. Wie ein runtergefallener Kieselstein. Sofort drehte ich mich um, um zu schauen, was sich in unserem Rücken aufhielt. Eldurion sicherte nach vorne ab….
Es hatte den Anschein, als ob wir beide ein wenig zuviel geträumt hatten während des Gehens. Ich sah direkt in die Augen mehrerer grüner Orks, die mich angrinsten. Eldurion flüsterte hektisch: “Orks vor uns… Und Trolle…” “Aye, hinter uns auch. Mach dich bereit mein Freund!”

“Ihrr da Fremde, was wollt ihrr auf meinerrr Insel?” Eine krächzende Stimme erklang. Sie stammte von einem riesigen Troll, der nun in mein Blickfeld trat. Er überragte die zwischen ihm und mir stehenden Orks bestimmt um fast einen Schritt. “Deine Insel? Wer bist denn du?” Neugier war immer schon ein mich bestimmender Wesenszug. “Ich? Werrr seid ihrr?” “Wir sind Tim und Tom, die lustigen Zwillinge!” “Arrrr, ihrr wollt mich wohl auf den Arrrm nehmen? Ich bin Rattak, erster König der Trolle von Jumbarr Island, und hierrr gilt mein Gesetz!” “Ach ja?” “Ja, errgebt euch gleich oder sterrrbt soforrt!” Gemeine Augen starrten mich an und wenn ich nicht schon viele Gesellen seines Schlages erlebt hätte, hätte ich nicht so entspannt zurückgegrinst.
“Eldurion?”
“Ja?”
“Stärke?”
“ Sechs Orks, zwei Trolle. Bei dir?”
“ Acht Orks und der Obermotz.”
“Wenn du so kämpfst wie mit der Schlange, dann tun sie mir leid.”
Ich musste grinsen, packte die Axt und schrie: “Für Khaz Moooooodan!” und stürmte voran. Meine Axt schien wie zum Leben erweckt. Von selbst wirbelte sie durch die Orks, schon sah ich einen kopflos davonrennen, wie ein geschlachtetes Huhn. Der nächste griff mich mit einem unförmigen Säbel an. Ich parierte seinen Hieb mit dem Axtstiel, rammte ihm den Knauf am unteren Ende in den Magen und riss ihn hoch. Der Knauf knallte unter sein Kinn und mit einem leisen Stöhnen sank er zu Boden. Die Orks dieser Insel machten den gleichen Fehler, den sie schon auf Azeroth machten, sie griffen zu selten koordiniert an. Immer einer nach dem anderen. Und so erledigte ich sie ebenfalls einen nach dem anderen.

Den Geräuschen aus meinem Rücken nach verfuhr Eldurion mit seinen Gegnern genau so. Während ich langsam in den Blutrausch geriet, blitzte es in meinem Augenwinkel auf. Grad rechtzeitig ließ ich mich zu Boden fallen, als ein Feuerball mit Urgewalt über mich drüber brauste. Es roch leicht angebrannt… “Du Sohn eines Ogers, das wirst du büßen!”

In meinem Bart war ein Loch! Ein Loch im Barte Banghrait Zweigesichts, stolzer Wächter des Thans der Sturmgreifen, im Geiste immer noch eine wahre Eisenfaust… Was für ein Frevel! Doch bevor ich mich von diesem Schock erholen konnte, brabbelte dieser komische Trollkönig unverständliche Worte und ein weiterer Ball aus reinem Feuer raste auf mich zu. Ich warf mich zur Seite und hieb mit der flachen Seite meiner Axt danach. Der Feuerball wurde abgelenkt und schlug im Fels neben mir ein. Sofort sprang ich auf den Troll zu und hieb mit der Axt nach ihm. Er wich ihr geschmeidig aus und zog zwei Dolche aus seinem Gürtel, deren Enden verdächtig grün schimmerten…

Veröffentlicht in: on Juni 13, 2007 at 10:58 Kommentar schreiben

Banghraits Reise – Gestrandet

Liebe Brüder und Schwestern,

wie schon vor einiger Zeit möchte ich euch weiterhin auf dem Laufenden halten, was so alles auf meiner Reise passiert. Die Sache mit der Seeschlange habe ich euch bereits erzählt und so wisst ihr auch, dass ich seitdem tief in der Schuld eines Nachtelfen stehe. Und so wahr mir Khaz helfe, ich werde Eldurion Sternensang beschützen, egal um welchen Preis!
Nun jedenfalls verzog sich der graue Nebel, der über dem Meer lag, einige Zeit nachdem sich besagtes Ereignis zugetragen hatte und es kam tatsächlich eine leichte Brise auf, die unser Schiff vor sich her trieb. Wieder musste ich mich über diese Menschen wundern. Sie messen die Geschwindigkeit so eines Wassergefährtes nicht in Schritten pro Stunde sondern in Knoten. Leider konnte ich keinen Matrosen sehen, der Knoten in ein Seil oder Tau machte, sonst hätte ich mir das mal genauer erklären lassen.
Um den Schrecken zu verdauen, der uns doch ein wenig in den alten Knochen steckte, saßen Eldurion und ich vorne auf dem Schiff, Bug nennen sie das hier, und tranken gemütlich ein Bier zusammen, als es von oben, Mast oder so, schallte: “Laaaand in Sicht!” Sofort sprang ich auf und hätte fast etwas Bier verschüttet, um feste Erde zu sehen. Doch Pustekuchen, ich sah gar nichts. Kein Fels, keine Wiese, nicht mal ein kümmerlicher Sandstrand. Dann fiel mir ein, dass der Ausguck dort oben mit einem gnomischen Fernrohr ausgerüstet war und das Ufer so schon sehr viel früher erblicken konnte. Nach einer Weile kamen wir näher und ich erspähte einen hellen Streifen am Horizont. Je länger es dauerte, desto klarer wurde das Bild und ein weißer Sandstrand mit Palmen breitete sich vor uns aus. Im Hintergrund wuchsen Palmen und andere grüne Bäume und Sträucher, ein riesiger Wald tauchte auf.
“Heeda, Herr Zwerg”, klang es übers Deck. Der Käptn trat zu mir und meinte: “Ihr seht immer noch etwas blaß um eure Nase aus, wollt ihr vielleicht mit unseren Matrosen an Land gehen? Wir müssen unsere Wasservorräte auffüllen.” Ich blickte zu Eldurion rüber und er nickte mir zu. “Aye, wir gehen beide mit”, antwortete ich. Eldurion griff nach seinem Stab, ich schnallte mir meine Axt auf den Rücken und klemmte mir den Helm unter den Arm. Wir stiegen ins Beiboot und setzten mit einigen Matrosen über. Wir mussten ein kurzes Stück durchs Wasser waten und meine Stiefel knirschten entsprechend als wir endlich den Strand betraten. “Ah endlich wieder festen Boden unter den Füßen, Khaz sei gelobt!” “Ihr Zwerge”, grinste mich Eldurion an. “In einer Höhle kann man euch euer Leben lang lassen, ohne dass sich einer beschwert. Aber nimm einen Zwerg mit auf ein kleines Ruderboot und er wird zetern wie ein Waschweib.” Ich musste lachen, schließlich war Wasser wirklich nicht das Element der Zwerge. “Wir sind schließlich aus Stein gehauen worden. Und ein Stein verträgt sich nicht gut mit dem Wasser, oder mein Freund?” “Da hast du recht”, nickte Eldurion und wir gingen Richtung Wald. Dorthin waren auch unsere Matrosen verschwunden, die einige Fässer und Flaschen dabei hatte, die sie an einer Quelle auffüllen sollten. Wir folgten ihren Spuren und betraten den Urwald. Schon bald war der Strand nicht mehr zu sehen, so dicht standen Sträucher und Bäume zusammen.
“Dort schau mal Banghrait”, sagte Eldurion und zeigte auf eine kleine Pflanze, die direkt auf der Wurzel eines riesigen Baumes zu wachsen schien. “Unkraut, aye!” “Du Banause”, bekam ich zu hören, “Kennt bestimmt fünfzehn Sorten Stahl, aber für lebende Kreaturen kein Blick” Eldurion grummelte, grinste aber dabei. “Das ist goldener Sansam, ein sehr seltenes Kraut.” Er nestelte einen kleinen Beutel vom Gürtel, pflückte die Pflanze und verstaute sie darin. “Lass uns sehen, ob wir noch mehr finden, vielleicht brauchen wir sie irgendwann.” “Aye, du wirst schon wissen, was man damit anfangen. Obwohl, Hopfen und Malz auch was Feines wären”, grinste ich breit und half Eldurion bei der Suche. Wir gingen nebeneinander durch den Urwald, die Blicke fest auf den Boden gerichtet und suchten nach weiteren Pflanzen. Mehrfach dachte ich, etwas entdeckt zu haben, doch es war nie das Gesuchte dabei. Eldurion dagegen fand bestimmt alle fünf Minuten etwas. Naja, er war auch der Unkrautsammler von uns beiden. Nach einer Weile wollte wir zum Strand zurückkehren, um wieder an Bord zu gehen. Wir orientierten uns am Stand der Sonne, was einige Schwierigkeiten machte, da sie nur selten durch die Wipfel schien. Eldurion kannte noch einige andere Tricks, die es uns erleichterten zum Strand zu gelangen.
“Mögen sie für immer in der ewigen Esse braten…”, war mein erster Gedanke, als wir den Strand betraten. Die Spuren des Beibootes und der Matrosen waren deutlich zu erkennen. Doch sie waren nicht mehr dort. Weit in der Ferne erspähten wir die Silhouette unseres Schiffes. Sie hatten uns einfach zurückgelassen…

Veröffentlicht in: on Juni 12, 2007 at 4:42 Kommentar schreiben